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Nachhaltig und klimafreundlich leben

Nicht jeder ist Hausbesitzer und kann oder möchte eine größere Summe in eine Gebäudesanierung investieren. Was kann ich also als Einzelner tun? Wer sich diese Frage stellt, für den lohnt es sich, sein alltägliches Verhalten kritisch unter die Lupe zu nehmen. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es zahlreiche Projekte und Initiativen, die es sich lohnt kennenzulernen.

A wie Alternatives Wirtschaften

Gemeinwohlökonomie oder gemeingüterbasierte Wirtschaft, Solidar- und Sozialwirtschaft, Regionalwirtschaft, Suffizienzwirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Green Economy ... All diese Wirtschafts- und Gesellschaftskonzepte verfolgen ein gemeinsames Ziel: die Lebensqualität aller Menschen zu erhöhen und dabei gleichzeitig innerhalb der ökologischen Tragfähigkeit des Planeten zu bleiben. Was hier groß gedacht ist, funktioniert auch „im Kleinen“: Regionales Wirtschaften, Bürgergenossenschaften, solidarische Landwirtschaft oder Nachbarschaftshilfe sind zukunftsfähige Ansätze.

• Gemeinwohlökonomie: www.ecogood.org/de 

• Solidarische Landwirtschaft: www.solawi-erlangen.de 

• Baugenossenschaft „Mitglieder statt Mieter“: www.bg-erh.de 

•  Energiegenossenschaft: www.ewerg.de

B wie Bürgerinitiativen und -energie

Der Verein Energiewende ER(H)langen e. V. ist ein unabhängiges Netzwerk lokaler Akteure mit der Zielsetzung der Beschleunigung der regionalen Energiewende. Im Verein tauschen sich aktive Bürger und Vertreter von Kommunen, Parteien und anderen Vereinen aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt sowie der Stadt Erlangen, die die Energiewende unterstützen, aus und planen gemeinsame Aktionen und Projekte.

Weitere Initiativen auf lokaler Ebene sind beispielsweise die Agenda 21-Gruppen Herzogenaurach und Heroldsberg, die Arbeitskreise „Klimaneutrales Heroldsberg“ und  „Energiewende Bubenreuth“, der Energiebeirat Baiersdorf, das Energieteam Höchstadt oder die BUND Naturschutz-Ortsgruppen z. B. in Adelsdorf, Herzogenaurach, Höchstadt, Röttenbach-Hemhofen und im Seebachgrund.

www.energiewende-erlangen.de/das-netzwerk

C wie Carsharing und Fahrgemeinschaften

Carsharing funktioniert auch ganz ohne kommunale oder privatwirtschaftliche Anschubhilfe, nämlich als Fahrgemeinschaften oder gemeinschaftlich genutzte Fahrzeuge von Privatpersonen. Damit Familien, Nachbarschaften oder Freundeskreise, die sich ein Auto teilen möchten, rechtlich abgesichert sind, bieten der ADAC und der Verkehrsclub Deutschland einen Nachbarschaftsauto-Vertrag an. Auch einige Autoversicherer haben sich mittlerweile auf solche alternativen Nutzungsmodelle eingestellt.

•  www.adac.de  (> Verkehr > Carsharing, Automiete und Fahrgemeinschaft)

•  www.vcd.org  (> Themen > Auto & Umwelt > Carsharing)

Professionelle Plattformen zum Teilen finden Sie unter:

•  www.get-a-way.com 

•  www.snappcar.de 

•  www.drivy.de

D wie Dezentrale und Demokratische Energieerzeugung

Erneuerbare Energien eignen sich besonders für eine weitestgehend autarke Energieversorgung in kleinem Maßstab. Energie kann dann regional von Bürgern und Unternehmen selbst erzeugt  und dann auch gleich selbst verbraucht werden. Das reduziert die Kosten, weil die Abnahme der Energiemenge beim bisherigen Anbieter reduziert wird.

Und statt Strom bei einem gesichtslosen multinationalen Konzern zu kaufen, geht das Geld an lokale Genossenschaften und Unternehmen. So bleibt das Geld in der Gesellschaft, die Beschäftigungslage wird stimuliert und der überregionale Netzausbau wird reduziert.

E wie Ernährung

Regional, saisonal und ökologisch sind hier die Stichworte für einen nachhaltigen Konsum. Lebensmittel aus fernen Ländern bedingen durch die langen Transportwege hohe Emissionen und Kraftstoffverbräuche. Auch die klimatisierte Lagerung von nicht saisonalen Lebensmitteln verbraucht mehr Energie, als so mancher denkt. Stickstoffbasierte Düngung und Pestizide, insbesondere in der koventionellen Landwirtschaft, schädigen Böden und Grundwasser. Und wer bei der Ernährung den Anteil an tierischen Produkten reduziert, der tut nicht nur etwas für seine Gesundheit. Denn auch der Konsum von Fleisch und Milchprodukten wirkt sich klima- und umweltschädlich aus.

•  original-regional.metropolregionnuernberg.de

•  www.abokiste.de 

•  www.bluepingu.de/regionallotse 

•  www.verbraucherzentrale.de (> Lebensmittel > Gesund ernähren > Klimaschutz beim Essen und Einkaufen)

F wie Fairtrade

Fairtrade-Organisationen versuchen, über partnerschaftliche Beziehungen zwischen Konsumenten, Unternehmen und Produzenten einen gerechteren Handel mit Entwicklungs- und Schwellenländern aufzubauen. Ziele sind vor allem bessere Preise für Kleinbauern, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Sozialstandards für Beschäftigte sowie die Einhaltung von Umweltrichtlinien. Wer Fairtrade-Produkte kauft oder verarbeitet, unterstützt das faire Wirtschaften. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es einige lokale Aktivitäten in diese Richtung:

•  Entwicklungsagentur Faire Metropol-region Nürnberg: www.metropolregionnuernberg.de (> Projekte > Laufende Projekte > Faire Metropolregion)

•  Aktionskreis für eine Faire Welt e. V. Röttenbach Hemhofen: www.faire-welt.info

•  Arbeitskreis Fairer Konsum und Eine Welt: www.herzogenaurach.de (> Leben > Bürgerengagement > Agenda 21)

•  Fair leben in Erlangen: www.fairlangen.org

G und H wie Global denken und lokal Handeln

Vom Aufstehen durch den Ruf des Weckers (Metalle, Erdöl, Kohle) über die Autofahrt zur Arbeit (Metalle, Erdöl) bis zum Abendessen (Soja als Tierfutter, Gemüse, Fisch, Fleisch, Öle) konsumieren wir rund um die Uhr Rohstoffe aus dem globalen Süden. Häufig sind die Herstellungsbedingungen ungerecht und unsozial. Hinzu kommt die notwendige Betriebsenergie, z. B. für Auto, Handy, Googleanfragen, Streaming usw., aus fossilen Energien. All das trifft in hohem Maße den globalen Süden. Daher:

•  wenn möglich, vermeiden, gebraucht kaufen oder nachhaltige Produkte kaufen,

•  ansonsten sorgsam damit umgehen und so lange als möglich benutzen,

•  bei Nichtgebrauch tauschen oder weitergeben,

•  und am Ende des Produktlebens richtig recyceln.

•  www.kreislauf-kaufhaus.de

•  https://shop.fairphone.com/de 

•  utopia.de/bestenlisten/modelabels-faire-mode

I wie Investment

Unser Wirtschaftssystem wie unser Geldsystem sind durch den damit verbundenen Wachstumszwang, der einen permanenten Ressourcenverbrauch nach sich zieht, nicht nachhaltig. Durch nachhaltiges Investment besteht zumindest die Möglichkeit, unser eigenes Geld „positiv“ einzusetzen und arbeiten zu lassen. Der Fair Finance Guide gibt einen Überblick, in welchen Branchen Banken ihr Geld investieren. Neben den klassischen Geldanlagen gibt es zudem auch die Möglichkeit, in bestimmte Projekte aus sozialen oder ökologischen Bereichen ethisch verantwortlich zu investieren.

www.fairfinanceguide.de

J wie Jugend- und Kinderorganisationen

Jugend- und Kinderorganisationen spielen eine wichtige Rolle beim Umwelt-und Klimaschutz. Denn Kinder und Jugendliche gestalten unsere Welt von morgen. Der Kreisjugendring Erlangen-Höchstadt engagiert sich im Rahmen der Jugend- und Familienbildung für eine nachhaltige Entwicklung. In Projekten und Freizeiten wird ein verantwortungsbewusster und wertschätzender Umgang mit Mensch und Natur gefördert und ein Verständnis für die Zusammenhänge zwischen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Faktoren geschaffen. Im weltweiten Netzwerk Plant-for-the-Planet werden Kinder zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit. Sie pflanzen Bäume und tragen die Vision von Klimagerechtigkeit und einer besseren Welt in Schulen und Familien, zu Freunden und Bekannten. Im Landkreis engagiert sich dafür bereits der Markt Eckental.

www.kjr-erh.de (> Jugend- und Familienbildung)

www.plant-for-the-planet.org/de

K wie Konsum

Gerade in den reichen Ländern ist Einkaufen zum Shopping geworden – ein Zeitvertreib, der größtenteils nicht mehr der Befriedigung von Grundbedürfnissen dient und offenbar auch nicht lang anhaltend glücklich macht (und damit weiteren Konsum zur Folge hat). Besonders kritische Branchen sind dabei beispielsweise Lebensmittel, Textilien und Elektronik. Übermäßiger Konsum, vor allem kurzlebiger Produkte, verantwortet rund 28 % unserer Emissionen.

L wie Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung ist in den letzten Jahrzehnten zu einem stetig wachsenden Problem der Industrienationen geworden. Mittlerweile werden alleine in Deutschland 18 Mio. t Lebensmittel im Jahr weggeworfen. 60 % der Abfälle fallen in der Wertschöpfungskette an, 40 % werfen die Verbraucher weg. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es Initiativen, die Obst, Gemüse, Brot und Milchprodukte aus Geschäften, die aus dem Verkauf genommen wurden, einsammeln und sie neu verwerten oder an Bedürftige in der Region ausgeben.

www.laufermuehle-sozialebetriebe.de (> Betreuung / Inklusion > Lebens Mittel Punkt & Bürgerschaftliches Engagement)

www.tafel-erlangen.de 

www.foodsharing.de/karte

M wie Mehrweg statt Einweg

Plastikmüll verschmutzt in massivem Maß die Meere, die Herstellung verbraucht große Mengen des kostbaren und endlichen Rohstoffs Erdöl. Nachfüllpacks und Mehrwegverpackungen vermeiden Müll- und Plastikverbrauch. Zur Vermeidung von Einweggeschirr und Abfall stellt der Landkreis Erlangen-Höchstadt den Geschirrpool zur Verfügung: Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine und Organisationen mit Sitz im Landkreis können Teller, Tassen, Gläser und Besteck (für eine nicht gewerbliche Nutzung) unentgeltlich ausleihen.

www.erlangen-hoechstadt.de (> Bürgerservice > A bis Z > Geschirrpool)

N wie Nachhaltigkeit – Was heißt das überhaupt?

Nachhaltigkeit ist mehr als nur Umweltschutz. Der von der deutschen Bundesregierung berufene „Rat für Nachhaltige Entwicklung“ fasst die Grundideen des Nachhaltigkeitskonzeptes mit den Worten zusammen: „Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen.“

Zu den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals – SDGs) der Vereinten Nationen zählen unter anderem die weltweite Beseitigung von Hunger und Armut, die Versorgung mit „sauberer“ Energie, der Klimaschutz und der Schutz des Lebens unter Wasser und an Land. Auch auf der Ebene der Länder und Kommunen spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Und nicht zuletzt orientieren sich auch Unternehmen zunehmend an den Prinzipien der Nachhaltigkeit.

www.nachhaltigkeit.info

P wie Politische Beteiligung

In einer Demokratie hat jeder Einzelne viele Möglichkeiten, sich in politische Prozesse und Entscheidungen einzubringen – institutionalisiert in Parteien, Vereinen oder Bürgerinitiativen, durch Wahlen und soziales Engagement oder auch durch die Teilnahmen an Abstimmungen über einzelne Sachfragen wie Bürger- und Volksentscheide oder Online-Petitionen. Auch wer die politische Berichterstattung verfolgt und im Freundeskreis diskutiert, nimmt am politischen Leben teil. Und nicht zuletzt gehört auch das gezielte Verhalten von Konsumenten, der politische Konsum, zu den wirkungsvollen und mächtigen Handlungsweisen politischer Beteiligung.

•  www.campact.de 

•  http://www.erlangen-im-wandel.de

•  http://www.demokratie-und-vielfalt.net

Q wie Qualität

Qualität vor Quantität – wer diese einfache Regel beherzigt, spart nicht nur langfristig Geld, sondern sorgt auch für einen nachhaltigen Konsum. So hat man häufig mehr Freude an einem hochwertigen Kleidungsstück aus umweltfreundlicher Herstellung, als öfter billige Kleidung zu kaufen – und dann schnell wieder ersetzen zu müssen. Auch vermeintlich teurere, aber energieeffiziente Elektrogeräte schonen die Umwelt und entpuppen sich häufig durch die geringeren Betriebskosten im Vergleich zu billigen Geräten als die günstigere Alternative.

R wie Recycling

Die Wiederverwertung von Wertstoffen ist einer der Wege, unsere wachsenden Müllberge zu reduzieren. Eine gute Möglichkeit bietet im Landkreis ERH der Recyclinghof in Eckental: Nach dem Umbau ist der neue Wertstoffhof durch überdachte und versenkbare Containerboxen sowie eine zweispurige Anfahrt und helle LED-Ausleuchtung deutlich komfortabler und bürgerfreundlicher geworden.

•  www.erlangen-hoechstadt.de/buergerservice/abfall-abc

•  www.recyclinghofwertstoffhof.de (> Erlangen)

Doch Recycling heißt oft genug Downcycling, denn häufig können Materialien (durch einen vertretbaren Aufwand) nicht mehr die ursprüngliche Qualität erreichen. Zudem verbraucht die Aufbereitung Energie, verursacht Emissionen und verschmutzt Wasser. Die bessere Lösung ist also stets die Vermeidung von Abfall. Alternativen zum Wegwerfen sind Tauschen und Weitergeben, aber auch Repair-Cafés, die auch im Landkreis Erlangen-Höch-stadt regelmäßig angeboten werden.

•  www.heroldsberg.de  (> Veranstaltungskalender)

•  www.roettenbach-erh.de (> Öffentliche Einrichtungen > Generationenübergreifend > WiR – Wir in Röttenbach)

•  www.erlangen-im-wandel.de

S wie Suffizienz und Subsistenz

Der Begriff Suffizienz steht für „das richtige Maß“ und bezieht sich auf eine Änderung der vorherrschenden Konsummuster. Das Konzept berücksich-tigt dabei natürliche Grenzen und einen möglichst geringen Rohstoffverbrauch. Erzielt wird ein Wertewandel zu Selbstbegrenzung und Entschleunigung, bis hin zum Konsumverzicht und zur Entkommerzialisierung. Subsistenzwirtschaft oder Bedarfswirtschaft werden – vorwiegend landwirtschaftliche – Wirtschaftsformen genannt, deren Produktionsziel vor allem die Sicherstellung des Lebensunterhaltes einer Familie oder einer kleinen Gemeinschaft ist. Initiativen wie Gemeinschaftsgärten oder urbane Landwirtschaft sind ein Schritt „zurück“ zur Subsistenzwirtschaft und werden häufig als mögliche Antworten auf soziale und ökologische Fragen gesehen.

T wie Tauschen und Teilen

Schätzungen zufolge besitzt jeder Mitteleuropäer etwa 10.000 Gegenstände. Die meisten davon braucht man nicht. Aber es geht auch anders – wenn man nur das kauft , was man wirklich braucht. Und das ist zugleich eine Entscheidung für die Umwelt: Denn was nicht gekauft wird, muss nicht hergestellt werden und das spart wertvolle Ressourcen. Tauschen und Teilen, gemeinschaftliches Nutzen und gemeinschaftlicher Besitz – in früheren Zeiten selbstverständlich – erhalten in diesem Zusammenhang wieder neue Bedeutung.

•  www.roettenbach-erh.de  (> Öffentliche Einrichtungen > Generationenübergreifend > WiR – Wir in Röttenbach)

•  www.schlauer-storch.de 

•  www.simsons-kinderseiten.de/basare-kindersachen 

•  www.secondhandguide.org 

•  erlangen.internet-verschenkmarkt.de 

•  www.nebenan.de 

•  www.kleiderkreisel.de

U wie Urlaub

Ein Urlaubsflug nach Neuseeland ist tausendmal klimaschädlicher als eine Autofahrt aus unserer Region zum Beispiel in die Ferienregionen der Alpen oder einen deutschen Freizeitpark. Das, was die meisten Menschen im Urlaub suchen – Erholung und Ruhe, Wälder, Berge, Strand und Sehenswürdigkeiten – findet sich auch an Urlaubszielen, die von hier aus im Umkreis von nur wenigen Hundert Kilometern erreichbar sind. Und wer mit der Bahn in den Urlaub fährt, der vermeidet nicht nur anstrengendes Fahren und nervige Staus, sondern ist auch deutlich umweltfreundlicher unterwegs: Pro Personenkilometer emittiert ein PKW 137 g CO2, während die Bahn im Fernverkehr bei durchschnittlicher Auslastung nur etwa 40 g verursacht.

•  www.fairunterwegs.org 

•  www.forumandersreisen.de

V wie alltägliches Verhalten

Bei der Diskussion darüber, wie unser zukünftiges Leben klimaverträglicher gestaltet werden kann, wird häufig danach gefragt, welche Investitionen denn dafür nötig seien. Dabei wird oft vergessen, dass eine Änderung unserer Lebensstile einen ganz erheblichen Beitrag für mehr Klimaschutz leisten kann, ohne dass damit Mehrkosten verbunden sind. Im Gegenteil: weniger Fernreisen, smarter Konsum, bestehende Wohnflächen besser nutzen, mehr ÖPNV-Nutzung und Fahrgemeinschaften, den Fleischkonsum ein bisschen einschränken ... Damit ist schon einiges getan.

W wie Wohlstand

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bildet die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft ab und ist als international vergleichbare Kenngröße anerkannt. Jedoch ist das BIP alleine als Maß zur Bestimmung des gesellschaftlichen Wohlstandes nicht geeignet. So berücksichtigt es beispielsweise nicht die Verteilung des Einkommens sowie ehrenamtliche Tätigkeiten oder Hausarbeit, es erfasst keine Folgekosten durch Umweltschäden und vieles andere mehr. Der Nationale Wohlfahrtsindex (NWI) ist eine Kennzahl, die auch die Umwelt-, Gesundheits-, Sicherheits- und Konsumdaten abbildet und damit diese Kritikpunkte berücksichtigt.

•  www.umweltbundesamt.de (> Daten > Umwelt und Wirtschaft)

•  www.ecogood.org/de (> Gemeinwohl-Bilanz)

Z wie Zeitwohlstand

Zeitwohlstand ist ein Konzept der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, bei dem die „eigene Zeit“ als besondere und wertvolle Ressource hervorgehoben wird. In der modernen Familienpolitik wird „Zeitwohlstand für Familien“ häufig als einer der angestrebten Werte genannt. Mit dem Begriff sind insbesondere Aspekte wie Zeitsouveränität, ausreichend Freizeit und gemeinsame Familienzeit, oder „quality time“, sowie eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusammengefasst.

Im Sinne einer ökologisch nachhaltigen Politik wird Zeitwohlstand als eine Form von immateriellem Wohlstand hervorgehoben, die mit vergleichsweise geringem Verbrauch an natürlichen Ressourcen einhergeht. In diesem Sinne also in jeder Hinsicht nachhaltig.

www.konzeptwerk-neue-oekonomie.org (> Themen > Zeitwohlstand)