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Energiestandards

Der Energiestandard eines Gebäudes bezeichnet den durchschnittlichen Energiebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr (angegeben in kWh/m2).Stellgrößen für einen angestrebten Energiestandard sind die Reduzierung der Wärmeverluste und eine effiziente Heizanlagentechnik. Das Nutzerverhalten der Bewohner beeinflusst zwar den tatsächlichen Verbrauch, hat aber keinen Einfluss auf den Energiestandard.

Altbau

Der größte Teil der Häuser in Deutschland ist vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 entstanden. Diese Häuser sind bei einem Verbrauch von 300 oder mehr kWh/m2 im Jahr häufig wahre Energieverschwender. Durch eine Verbesserung von Wärmedämmung und Anlagentechnik lassen sich bei Altbauten aus den 50er- bis 70er-Jahren bis zu 70 % Heizenergie sparen, mit Passivhauskomponenten bis zu 90 %.

EnEV-Standard

Der EnEV-Standard entspricht dem Referenzgebäude nach der Energieeinsparverordnung mit Gasbrennwertheizung, Warmwassersolaranlage und Abluftanlage. Bei einem Haus nach EnEV-Standard kann man mit einem Endenergiebedarf für Heizung und Warmwasser von etwa 65 bis 80 kWh/m2a (ca. 6,5 bis 8 Liter Heizöl/m2a) rechnen. Ein Einfamilienhaus nach EnEV entspricht in etwa der Effizienzklasse B.

KfW-Effizienzhaus

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat für ihre Förderprogramme den Begriff Effizienzhaus eingeführt. Die Zahl hinter dem Wort Effizienzhaus sagt aus, wie viel Primärenergie in Prozent das Effizienzhaus im Vergleich zu einem Neubau nach den Vorschriften der EnEV benötigt. Zum 1.1.2016 wird das Niveau um 25 % angehoben. Bis dahin entsprechen die Anforderungen denen der EnEV 2009.

  • Das KfW-Effizienzhaus 70 ...

... darf den Jahres-Primärenergiebedarf von 70 % der Vorgaben der EnEV 2009/ 2014 nicht überschreiten. Diesen Standard erreicht man mit Passivhauskomponenten wie wärmebrückenfreier Konstruktion, luftdichter Gebäudehülle, sehr guter Dämmung, Passivhausfenstern, Komfortlüftung mit mehr als 75 % Wärmerückgewinnung. Der Endenergiebedarf für das Effizienzhaus 70 liegt unter 40 kWh/m2a (unter 4 Liter Heizöl/m2a).

  • Das KfW-Effizienzhaus 55 ...

... darf den Jahres-Primärenergiebedarf von 55 % der Vorgaben der EnEV 2009/ 2014 nicht überschreiten. Diesen Standard erreicht man auch hier am besten mit Passivhauskomponenten. Der Endenergiebedarf für das Effizienzhaus 55 liegt unter 30 kWh/m2a (unter 3 Liter Heizöl/m2a).

  • Das KfW-Effizienzhaus 40 ...

... darf den Jahres-Primärenergiebedarf von 40 % der Vorgaben der EnEV 2009/ 2014 nicht überschreiten. Diesen Standard erreicht man bei einem verschattungsfreien, nach Süden ausgerichteten Gebäude auch hier mit Passivhauskomponenten, Fenstern mit hohen solaren Wärmegewinnen und dem Einsatz erneuerbarer Energien. Der Endenergiebedarf für ein Effizienzhaus 40 mit Wärmepumpe liegt unter 20 kWh/m2a (unter 2 Liter Heizöl/m2a).

Passivhaus

Der Begriff Passivhaus bezeichnet ein Gebäude, das nahezu ohne eine herkömmliche Heizungsanlage auskommt. Der Wärmebedarf wird fast vollständig durch passive Energiegewinne gedeckt, also z. B. durch Sonneneinstrahlung oder die Abwärme von technischen Geräten. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen bestehenden Wohngebäude benötigt ein Passivhaus nur etwa ein Zehntel der Heizenergie. Denn laut Passivhausinstitut Darmstadt sollte der jährliche Heizwärmebedarf eines Passivhauses bei weniger als 15 kWh/m2 liegen. Der Endenergiebedarf ist mit dem eines KfW-Effizienzhauses 55 mit Wärmepumpe vergleichbar. Die Mehrinvestitionen für Passivhausqualität liegen nur etwa bei 7-13 % der normalen Baukosten (siehe hier).

Niedrigstenergiegebäude nach EU-Richtlinie

Ein Niedrigstenergiegebäude ist ein Gebäude mit einem fast bei Null liegenden oder sehr geringen Energiebedarf, der zu einem wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen - die im besten Fall am Standort oder in der Nähe erzeugt wird - gedeckt werden sollte. Ein solches Gebäude entspricht in etwa dem KfW-Effizienzhaus 55-Standard nach der EnEV 2014 und wird als Effizienzklasse A oder A+ eingestuft.

Plusenergiehaus®

Ziel eines Plusenergiehauses® ist es, mehr Energie zu erzeugen als die Bewohner verbrauchen. Dabei sollen 100 % der Energie durch regenerative Energieträger gedeckt werden und damit ein emissionsfreier Betrieb gewährleistet sein. Überschüssiger Strom kann dann ins öffentliche Stromnetz eingespeist oder für Elektromobilität verwendet werden.

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