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Optimierung der Heizungsanlage

Heizkosten sparen und trotzdem eine behagliche Raumtemperatur schaffen - zur Optimierung Ihrer Heizungsanlage haben Sie eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Der Einbau eines neuen Heizkessels bringt meist schon eine erhebliche Verbesserung, aber es sind auch andere Maßnahmen möglich, um die Heizleistung Ihrer Anlage zu optimieren. Lassen Sie sich dazu von einem Fachmann beraten, der die Einzelteile des Heizsystems ideal aufeinander abstimmt.

Wegen der großen Abstrahlfläche erreichen Sie bei einer Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) mit einer deutlich geringeren Heizwassertemperatur bereits eine angenehme Raumtemperatur. Auch das spart auf Dauer Heizkosten. © ROTEX/http://de.rotex-heating.com

Ein neuer Heizkessel

Egal ob Sie durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) zum Austausch Ihres alten Heizkessels verpflichtet sind oder nicht: Ein alter Heizkessel arbeitet meist ineffizient und verbraucht unnötig viel Brennstoff. Häufig ist der alte Kessel zu groß und das Haus soweit gedämmt und modernisiert, dass eine deutlich niedrigere Kesselleistung sinnvoll ist. Mit einem modernen Brennwertkessel senken Sie den Energieverbrauch (gegenüber einem alten Standard- oder Niedertemperaturkessel). Er passt seine Leistung automatisch an die Außentemperatur an und nutzt Abgase und Wasserdampf, die bislang mit hohen Temperaturen über den Schornstein verloren gingen, zusätzlich zur Wärmegewinnung.

Und: Wird der Heizkessel ohnehin erneuert, dann lohnt es sich auch, über den Einsatz erneuerbarer Energieträger nachzudenken. Informationen dazu finden Sie auf den folgenden Seiten.

Weitere Möglichkeiten zur Optimierung der Heizungsanlage

Damit der Heizkessel das Heizungswasser nicht stärker erhitzt als nötig, sollte die Vorlauftemperatur entsprechend geregelt werden. Im Herbst und Frühling reicht eine niedrigere Vorlauftemperatur.

Mit einer drehzahlgeregelten Hocheffizienz-Heizungspumpe können Sie Strom sparen. Sie passt ihre Laufzeit und Leistung der benötigten Heizleistung an. Wird die volle Leistung nicht benötigt, wird die Pumpe automatisch heruntergeregelt. Hier steckt ein Einsparpotenzial von bis zu 70 %! Die Anschaffung einer modernen Pumpe hat sich durch die einge-sparten Stromkosten meist nach rund zwei Jahren schon gelohnt.

Weitere Informationen unter: www.sparpumpe.de

Damit genau die Wärmemenge in die Räume gelangt, die dort auch benötigt wird, ist ein hydraulischer Abgleich des Heizungswassers notwendig. Er sorgt dafür, dass auch weit entfernte Räume warm und andere Räume nicht mit Wärme überversorgt werden. Alle Bestandteile der Heizung werden dabei aufeinander abgestimmt. Ohne eine solche Regelung müssen Pumpenleis-tung oder Vorlauftemperatur erhöht werden.

Die Folge: Der Energieverbrauch steigt.

Dringend notwendig ist ein hydraulischer Abgleich, wenn weiter vom Heizkessel entfernte Räume nicht die gewünschte Raumtemperatur erreichen. Auch wenn in den Ventilen und Heizungsrohren ein Rauschen zu hören ist, sich die Thermostate nur schwer regeln lassen und manche Heizkörper trotz Entlüften nicht richtig warm, andere dagegen übermäßig heiß werden, sollte ein hydraulischer Abgleich in Erwägung gezogen werden. Im Durchschnitt lassen sich mit Hilfe eines hydraulischen Abgleichs 10 % Heizenergie sparen.

Übrigens: Wenn Sie für Ihre Modernisierungsmaßnahmen eine KfW-Förderung erhalten, ist ein hydraulischer Abgleich Ihrer Heizungsanlage sogar vorgeschrieben.

Auch über die Erneuerung der Heizkörper sollten Sie nachdenken: Sind die alten Heizkörper zu der optimierten Anlage und im Hinblick auf eine gedämmte Gebäudehülle noch richtig dimensioniert?

Öl- oder Gasheizung?

Wer sich trotz steigender Rohstoffpreise und Klimawandel dafür entscheidet, bei fossilen Brennstoffen zu bleiben, sollte vor allem auf einen neuen Brennwertkessel umsteigen, der sich problemlos an den bereits bestehenden Tank anschließen lässt.

Wer von Öl auf umweltfreundlicheres Gas umstellt, der kann in Zukunft auf den Tank im Haus verzichten, spart den Aufwand der Heizölbeschaffung und gewinnt unter Umständen wertvollen Wohnraum. Gefördert werden Umstellungen, Nachrüstungen und Erneuerungen von Öl- und Gasheizungen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder durch Förderangebote der örtlichen Energieversorger.

Aber: Wenn Sie eine Umstellung planen, dann denken Sie doch auch einmal über die Vorteile einer Biomasseheizung nach (siehe Heizen mit Holz).

Flächenheizung

Fast jedes zweite Ein- und Zweifamilienhaus wird heute bereits mit einer Flächenheizung ausgestattet. Fußboden- oder Wandflächenheizungen sind heute kein Luxus mehr, sondern sie sind komfortabel und wirtschaftlich zugleich. Herkömmliche Konvektions-Heizkörper nutzen die Raumluft als Wärmeträger. Aus diesem Grund benötigen sie "Übertemperaturen", d. h. der Heizkörper muss eine deutlich höhere Temperatur haben als die gewünschte Raumtemperatur. Staubverwirbelungen und verbrauchte, oft überheizte Raumluft sind die Folgen. Flächenheizungen dagegen sind Niedrigtemperaturheizungen. Je nach Gebäude reicht eine Temperatur von ca. 24 °C an der Oberfläche, um eine angenehme Raumtemperatur zu schaffen.

Flächenheizungen arbeiten nach dem Prinzip der Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung). Die milde Strahlungswärme wird als behaglich empfunden, die Raumluft bleibt frischer und es gibt kaum noch Staubaufwirbelungen. Zugleich kann die großflächige "Wärmequelle" durch niedrigere Temperaturen bis zu 12 % Energie sparen. Und dabei sind die Investitionskosten nicht höher als bei einer konventionellen Heizung. Wegen der geringeren Temperaturen eignet sich eine warmwassergeführte Flächenheizung ideal in Kombination mit alternativen Energien wie Wärmepumpe und Solarkollektoren.

Trockene und erwärmte Wandoberflächen verhindern zudem die Bildung von Schimmel. Ihm wird der Nährboden genau dort entzogen, wo sich die Feuchte im Raum niederschlägt: an der Wandoberfläche. Und das ganz ohne die chemische Keule.

Und schließlich gehören störende Heizkörper der Vergangenheit an. Die Flächenheizung ist unsichtbar und kann unter den unterschiedlichsten Materialien wie Putz, Fliesen, Naturstein, Teppichboden, Kork, Laminat oder Parkett verlegt werden. Übrigens eignen sich Flächenheizungen nicht nur für den Neubau, sondern auch für eine sinnvolle Renovierung: Speziell für die Altbaumodernisierung gibt es mittlerweile Produkte mit besonders niedriger Bauhöhe im Millimeterbereich.

Beispiel aus der Praxis

Optimierung des Heizsystems (1-2 Familienwohnhaus)

  • Heizungscheck
  • Einstellung der Regelung, auf Nutzerverhalten
  • Hydraulischer Abgleich
  • Isolierung der Absperrhähne sowie der nicht isolierten Wärmeverteilleitungen
  • Einbau einer Effizienzpumpe
Investition ca. 2.500-3.000 €
Ersparnis ca. 15-20%
Amortisation ca. 5 Jahre
© Energieagentur Oberfranken

Fördermöglichkeiten: KfW-Zuschuss bzw. Kredit